Human-AI-Zusammenarbeit im Klinikalltag: Prozesse im Fokus
Eine Scoping Review ordnet Human-AI-Zusammenarbeit in der Medizin entlang Workflow, Integration und Governance ein.

In der klinischen Praxis entscheidet weniger das Modell an sich als die Einbettung in Prozesse, Schnittstellen und Verantwortlichkeiten. Eine aktuelle Scoping Review ordnet genau diese Faktoren für Human-AI-Zusammenarbeit entlang des Versorgungsgeschehens.
Was passiert ist
Die Scoping Review „Human-AI Collaboration in Healthcare: A Scoping Review“ untersucht Human-AI-Zusammenarbeit entlang klinischer Prozesse wie Workflow, Integration und Governance. Der Fokus liegt darauf, wie KI-Systeme so in den Alltag gebracht werden, dass sie ärztliche und pflegerische Entscheidungen unterstützen statt sie nur zu „ergänzen“.
Die Studie beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI dabei nicht als Einzelschritt, sondern als durchgängig zu gestaltende Interaktion über verschiedene Prozessphasen hinweg. Besonders relevant ist, wie Rollen, Verantwortlichkeiten und Steuerungsmechanismen (Governance) in den bestehenden Betrieb eingepasst werden.
Warum das wichtig ist
Für Krankenhäuser und Gesundheitssysteme ist die Erkenntnis praktisch: Wenn Human-AI-Zusammenarbeit scheitert, liegt das häufig an fehlender Prozessintegration, unklaren Zuständigkeiten oder ungeeigneten Governance-Strukturen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von der reinen Modellleistung hin zur Frage, wie Kliniker KI sicher, nachvollziehbar und im richtigen Moment in Entscheidungen integrieren.
Die Review liefert damit eine Arbeitsgrundlage für die Implementierung von Clinical Decision Support und anderen KI-Anwendungen im klinischen Workflow. Sie unterstreicht, dass „Zusammenarbeit“ mehr als Bedienoberflächen bedeutet: Es braucht Regeln, technische Kopplung an Systeme und klare Verantwortungslogik, damit KI in der Versorgung verlässlich funktioniert.
Quellen: Human-AI Collaboration in Healthcare: A Scoping Review